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Ist das schon Urlaub oder noch Arbeit?

 
'Boah, du hast es gut - kannst am Meer im Liegestuhl arbeiten'. Das höre ich immer wieder. Und es stimmt auch. Mir gefällt das. Für mich ist es auch überhaupt kein Problem, mich an jedem beliebigen Ort zu konzentrieren. Ich bin auch nicht neidisch auf all die Leute um mich herum, die voll im Urlaubsmodus sind. Denn ich bin es gewohnt zu Zeiten zu arbeiten, während die meisten anderen frei haben: abends oder am Wochenende. Stört mich nicht.
 
Und trotzdem brauche ich auch Achtsamkeit mir selbst gegenüber: denn überall arbeiten zu können, verleitet dazu auch tatsächlich immer und überall zu arbeiten. Es fällt oft schwer die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen.  Doch diese Grenze ist durchaus wichtig - selbst wenn ich meine Arbeit liebe, sie meist mit Leichtigkeit ausübe, sie mir mehr Kraft gibt als nimmt und ich einfach dankbar bin, dass ich für das, was ich so gerne tue auch noch Geld bekomme.
 
Ich habe eine bisschen gebraucht, bis ich einen Modus gefunden habe, der für mich stimmig ist. Jetzt ist es gut für mich. Ich habe die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit - egal wo ich bin - gefunden. Und so gelingt mir diese Balance:
   
Klare Arbeitszeiten - klare Freizeiten:
Mir tut es gut, wenn ich meinen Tag so plane, dass ich feste Arbeitszeiten habe, egal wie lange sie sind. Z.B. Vormittags bis 13 Uhr und dann nachmittags noch einmal 2 Stunden. In diesen Arbeitszeiten bin ich mit voller Aufmersamkeit im Webinar, in der Kursbetreuung, beim E-Mail-Beantworten oder Seminarkonzeption. Da nehme ich meine Umgebung (z.B. das Meer oder die Berge oder den Wald) zwar wahr, aber eher als berufliche Inspirationsquelle.
In den Freizeiten bin ich mit voller Aufmerksamkeit im Genießen der Sonne, bei meinen Freunden, beim Baden im Meer, beim Lesen oder was auch immer ich gerade tue. Dann wechselt auch die Wahrnehmung der Umwelt. Sie wird zur Anregung für Freitzeitaktivitäten oder dem Hingeben von gepflegtem Nichtstun oder Befriedigung meiner Neugierde. Mal schnell zwischendurch eine E-Mail beantworten oder kurz was hochladen - das ist mittlerweile tabu.
 
Urlaub wird fix eingeplant

Urlaub ist für mich dann, wenn ich mehrere Tage nichts Berufliches tue. Lange habe ich Urlaub mit Arbeit durchmischt. Ich habe zwar Phasen des Wegseins in den Kalender eingetragen, habe dann aber oft (auch) gearbeitet. So hat sich das Gefühl von Entspannung und völligem Abschalten nicht mehr so richtg eingestellt. Schlecht. Also habe ich es geändert. 6-8 Wochen Urlaub trage ich mir mittlerweile fix ein - und das ist damit verbunden, dass mein Laptop nicht dabei ist oder fest im Tresor eingesperrt ist. Dazu auch mindestens 6 Wochenenden im Jahr.

  

Natürlich muss ich als Selbständige auch im Urlaub immer wieder mal E-mails checken und ganz dringende Dinge erledigen (das ist halt der Preis). Doch mehr als 2x klar definierte 15min am Tag ist dafür nicht drin. Das muss reichen und es reicht auch.

  

Diese beiden Regeln ermöglichen es mir, die Arbeit zu genießen, wenn ich arbeite und die Freizeit, wenn ich frei habe. Beides befeuert durch die klare Trennung das jeweils andere. So klappt es gut.

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