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VanSpiRetreat - das Schweige/ Schreib/ Meditations-Retreat

 

Ganz ungeplant haben die VanSpiDays ein Geschwisterchen bekommen, nämlich das VanSpiRetreat - eine Auszeit voll Stille, Meditationen und Schreiben. Um nicht von Neuem, Aufregendem oder Interessantem abgelenkt zu werden, wählte ich einen meiner Lieblingsorte: den Sylvensteinspeicher bzw. den Nachtparkplatz in Fall.

 

 

 

Die Stille:

Stille bedeutet für mich mehr als Schweigen. Ich wollte nicht nur nicht sprechen, sondern auch nichts hören oder lesen. Ich hatte nur mein Handy dabei, stellte aber alles aus: E-Mail, Internet, Hörbücher, Musik, alle Apps inklusive Messenger (am Tag zuvor war ich ca. 1h beschäftigt, allen möglichen Leuten bescheid zu geben, dass ich 3 Tage nicht erreichbar sein werde - krass). Ich hatte es nur mitgenommen, um 1x am Tag meinem Lebensgefährten bescheid zu geben, dass alles ok ist und für ein paar vorher ausgewählte geführte Meditationen.

 

Die Versorgung:

Ich habe in den drei Tagen nur heißes Ingwer- und kaltes Zitronenwasser getrunken und Äpfel gegessen. Irgendwie war mir danach, auch meine Verpflegung auf ein Minimum zu reduzieren. Und tatsächlich verspürte ich an diesen Tagen keinerlei Hunger oder Appetit.

 

Das Programm:

Ich erstellte mir gemeinsam mit einer Meditationslehrerin eine Art Programm: morgens um halb sechs aufstehen, meditieren, schreiben, gehen, pausieren, meditieren, schreiben, gehen, meditieren, abends um 21 Uhr ins Bett gehen etc. Spoiler - aus dem frühen Aufstehen wurde nichts: ich schlief beide Nächte gute 11 Stunden wie ein Stein, ich vermute, es lag an den Meditationen. 

 

Eine wichtige Erkenntnis für mich war: das Programm zwar als Orientierung nehmen, aber die Wahl und Dauer der Meditationen und Schreibübungen spontan vornehmen. 

Das schreiben


Das Schreiben ist seitdem ich ein Kind bin, mein Ventil und meine Ausdrucksform. So kann ich Struktur und Ordnung in meinen Kopf bringen, so komme ich auf neue Ideen und neu: so gehe ich kreativ und intuitiv an Herausforderungen heran. Es ist zu einer Selbstcoaching-Methode geworden.

 

Das Schreiben nahm auf dem Retreat also einen wesentlichen Teil ein. Und immer stellte ich eine Meditation vorne an.

 

Als Schreibformen wählte ich kritzelndes, achtsames, kreatives, abschreibendes, gestalterisches, lösungsfokussiertes, perspektivisches, ergänzendes und intuitives Schreiben aus. Jede Schreib-Übung dauerte zwischen 5 und 90 Minuten. 

 

Da ich in das Retreat völlig absichtslos anging und einfach schauen wollte, was auf mich zukam, konnte ich flexibel die verschiedenen Übungen spontan aus meinem vorbereiteten Pool auswählen. Insgesamt war ich am Tag ca. 3-4 Stunden mit Schreiben beschäftigt.

 

Ich schrieb ausnahmslos per Hand auf Papier und mit Stift. Neben dem Effekt, dass die Hand das Denken und Fühlen ganz unbewusst und automatisch nach außen - zu Papier - bringt, hat es noch einen anderen wichtigen Zweck: zum Abschluss verbrannte ich alle Seiten - das Schreiben sollte nicht dem Festhalten dienen, sondern nur als Ausdrucksform im Hier und Jetzt.

Das Meditieren


Vorab stellte ich mir verschiedene Meditationen zusammen. Es waren geführte dabei, aber auch reine Atem-Meditationen und Pranayama-Übungen. Sie dauerten zwischen 15 und 90 Minuten. 

 

Vor Ort merkte ich schnell, dass die geführten Mediationen, die einen Inhalt hatten (z.B. "Entspannung") nicht passten. Bis auf zwei Geh-Meditationen, bei der ich immer bis 108 und zurück zählte sowie einer mit einem inneren, selbst entwickelten Mantra, machte ich nur reine Atem-Meditationen und Pranayama (Atem-Yoga-Übungen).

 

Diese führte ich an unterschiedlichen Orten durch: im Wald, am See, im Gehen und im Bus. Sehr schnell merkte ich, wie sehr es das intuitive Schreiben beflügelte. Pro Tag meditierte ich etwa 3-4 Stunden.

Der Effekt


Natürlich wurde ich danach von vielen Leuten gefragt, wie es war und v.a., was es gebracht hat. Klar, hat es mich entspannt und erholt. Aber es hat weder zu Erleuchtungen oder zu Erkenntnissen der besonderen Art geführt. Macht nichts, denn es war ja ganz absichtslos geplant.

 

Erst nach ein paar Tagen fiel mir der richtige Begriff ein: der Retreat hat mich innerlich aufgeräumt. Was vorher unsortiert in meinem Geist und Herzen herumschwirrte, hat nun einen Platz bekommen - und das ist sehr wohltuend.

 

Es hat mir auch Mut gemacht, mich auf meine nicht so oft gezeigten Kompetenzen zu besinnen (Meditation, Selbsthypnose) und Neues (das "therapeutische" Schreiben) auszuprobieren, dabei alles selbst zu organisieren und zu einem sinnvollen Ganzen zu formen, und mich aus der Situation heraus leiten zu lassen, statt einem Programm zu folgen. 

 

Einen riesigen Effekt hatte für mich das rituelle Verbrennen des Geschriebenen zum Schluss. Es machte mir deutlich, dass Loslassen gut tut. 

Durch den Wetterumschwung war ich fast alleine am Platz im Wald
Durch den Wetterumschwung war ich fast alleine am Platz im Wald
Dies war einer meiner Meditationsplätze - wunderschön
Dies war einer meiner Meditationsplätze - wunderschön
Ich nutze viele verschiedene Schreib-Methoden
Ich nutze viele verschiedene Schreib-Methoden

dazwischen immer wieder die Mystik des Sees aufsaugen
dazwischen immer wieder die Mystik des Sees aufsaugen
Heißes Ingwerwasser war mein Begleiter für 3 Tage
Heißes Ingwerwasser war mein Begleiter für 3 Tage
Zum Schluss verbrannte ich alles Geschriebene
Zum Schluss verbrannte ich alles Geschriebene