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Kambodscha 2024

Angkor Thom bei Siam Reap
Angkor Thom bei Siam Reap

 

Bereits 2023 wollten wir nach Kambodscha reisen, sind damals aber auf unserer thailändischen Trauminsel hängengeblieben.

 

In diesem Jahr schließen wir Kambodscha direkt nach unserem Nord-Thailand-Trip an. Dies hat u.a. den Vorteil, dass wir noch einmal nach Thailand einreisen und wir somit 60 Tage am Stück bleiben können. 

 

Natürlich sind wir neugierig auf Angkor Wat, aber auch auf die vielen anderen, spannenden Orte. Außerdem ist es immer interessant, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit anderen asiatischen Ländern zu erforschen. 

 

Wir beginnen mit der 5. Station unserer Winterreise. Die ersten vier Stationen Bangkok, Chiang Mai, Pai und wieder Chiang Mai findest du im ersten Blog-Teil

Station 5: Siem Reap


Wir fahren im Van von Bangkok nach Siem Reap und brauchen dafür insgesamt 8,5 Stunden. Ca. 1,5 Stunden gehen für den Grenzübertritt drauf, der alles in allem sehr unkompliziert ist: wir werden einen ungewöhnlichen Weg ca. 300m zum Grenzübertritt begleitet. Der Van mit Gepäck fährt gesondert über die Grenze und sammelt uns auf kambodschanischer Seite wieder ein. Es bewährt sich, dass wir vorab ein eVisum beantragt haben und mitführen. Das beschleunigt den Übergang enorm. 

Unser Weg über die Grenze nach Kambodscha
Unser Weg über die Grenze nach Kambodscha
Kein Schwein gehabt :-(
Kein Schwein gehabt :-(

Am ersten Tag erholen wir uns von der langen Anreise in dem sehr schönen und gut gelegenen Jasmine Lodge Hotel. Wir sind in 10min Fußweg bei der Pub Street, dem Zentrum der Backpacker und anderen Reisenden. Wir frühstücken dort in einem der vielen Lokale, fahren (offroad) mit dem TukTuk zur außerhalb gelegenen und liebevoll gestalteten Schmetterlingsfarm und stürzen uns abends in das Getümmel der Pub Street und des Nachtmarktes. Außerdem organisieren wir unseren ersten Angkor Wat Besuch.

Schöne Ecken zum gemütlichen Kaffeetrinken
Schöne Ecken zum gemütlichen Kaffeetrinken
Tolle Schmetterlinge in der Farm - eine Oase der Ruhe
Tolle Schmetterlinge in der Farm - eine Oase der Ruhe

Siam Reap ist voller Gegensätze
Siam Reap ist voller Gegensätze
Abends Partymeile in der Pub Street - aber alles ganz entspannt :-)
Abends Partymeile in der Pub Street - aber alles ganz entspannt :-)

Angkor Wat Tempelanlage


Angkor ist der Grund, weshalb wir schon immer nach Kambodscha wollten. Klar, dass es eine unserer ersten Aktivitäten hier ist - und es lohnt sich auf jeden Fall! Die sehr weitläufige Anlage ist etwas ganz besonderes und etwas sehr beeindruckendes. Es ist die Mischung aus den mächtigen, hohen Bauten und der Feinarbeit mit vielen Details, die immer wieder fasziniert. Und das alles ist bereits im 12. Jahrhundert entstanden. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viele daran gearbeitet haben. Einfach nur wow! 

 

Tickets für 39$ (1 Tag) besorgen wir vorher online, um Wartezeiten zu verringern. Erstaunlich ist, dass ingesamt recht wenig los ist. Von den befürchteten Touristen-Massen kann definitiv nicht die Rede sein.

 

Der TukTuk-Fahrer von gestern holt uns morgens am Hotel ab und macht den Big Circuit mit Sonnenuntergang (25$) mit uns, wobei wir natürlich nicht alles schaffen. Uns macht das aber gar nichts aus, denn erstens lassen wir uns gerne viel Zeit, zweitens sehen wir trotzdem die wichtigsten Tempel und drittens setzt nach einer Weile ein gewisser Sättigungsgrad ein.

 

Abends sind wir erschöpft vom vielen Herumlaufen und v.a. Treppensteigen und zugleich beseelt von all den tollen Eindrücken. Wir lassen sie bei einem Cambodian Beer und Coconut Shake sacken.

Ta Keo Tempel
Ta Keo Tempel
Tha Prohm Tempel
Tha Prohm Tempel

Angkor Wat
Angkor Wat
Im Angkor Wat
Im Angkor Wat

Tonle SAP Lake und Kompong Phluk


Mittags machen wir eine Tour zum größten Süßwassersee Asiens, der tatsächlich wie ein Meer wirkt. Wir fahren gemächlich mit einem Boot durch den Tonle Sap River bis zum See. 


Das Highlight ist das Stelzendorf Kompong Phluk, in dem ca. 4000 Menschen leben. Die Stelzen sieht man nur in der Trockenzeit, in der Regenzeit steigt der Wasserspiegel um ca. 10m und dann spielt sich alles auf dem Wasser ab. Auch die Kinder fahren dann mit dem Boot zur Schule. 


Für mich war das Stelzendorf am Tonle Sap Lake sehr beeindruckend, weil es einen unmittelbaren Eindruck vom Leben der Einheimischen verschafft. Der Ausflug endete mit dem Sonnenuntergang auf dem See.

In der Regenzeit ist von Stelzen nichts zu sehen
In der Regenzeit ist von Stelzen nichts zu sehen
äußerst beeindruckende Bauweise
äußerst beeindruckende Bauweise

Jeder Dorfteil hat seinen Tempel, seine Schule und seine Krankenstation
Jeder Dorfteil hat seinen Tempel, seine Schule und seine Krankenstation
Kochen, Essen, Arbeiten spielt sich alles draußen ab
Kochen, Essen, Arbeiten spielt sich alles draußen ab

Durch die Mangrovenwälder kommt man zum riesigen See
Durch die Mangrovenwälder kommt man zum riesigen See
Am schwimmenden Kiosk noch eben ein Sunset Bier kaufen
Am schwimmenden Kiosk noch eben ein Sunset Bier kaufen

Siem reap river, Old market und night market zum abschluss


Am letzten Tag in Siem Reap lassen wir es ganz ruhig angehen. Wir frühstücken gemütlich, schlendern am Fluß entlang und durch das Viertel rund um den Old Market, besuchen abends den Night Market, lassen das bunte Treiben von einer Bar aus an uns vorüberziehen und essen in der sehr leckeren griechischen Taverne Elia zu Abend. 

 

Siem Reap gefällt uns sehr: es ist bunt, es ist lebendig, aber nie stressig, es ist interessant und voll unterschiedlicher Sinnesindrücke. Hier hätten wir noch 1-2 Tage länger bleiben können. Doch jetzt geht es nach Phnom Penh und darauf freuen wir uns sehr.

Schönheitssalon im Old Market
Schönheitssalon im Old Market
Entspanntes Schläfchen im TukTuk
Entspanntes Schläfchen im TukTuk

Old Market Bridge führt zu schöner Uferpromenade
Old Market Bridge führt zu schöner Uferpromenade
Leckere Streetfood-Meile am Fluß
Leckere Streetfood-Meile am Fluß

STATION 6: Phnom PenH - Russian Market, Wat Phnom, Riverside


Wir haben uns als Location das RS II Guesthouse ausgesucht, das nur 3min vom Ufer des Mekong entfernt ist. Uns steckt die Anreise noch etwas in den Knochen, daher schlafen wir am ersten Tag lange aus, um dann im Café nebenan zu frühstücken und den Tag zu planen. 

 

Mit dem TukTuk geht es zum Russian Market, der auch wieder seinen ganz eigenen Charme hat. Eng, dunkel, manchmal Gerüche, bei denen sich der Magen hebt und es gibt alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Nach einem ausgiebigen Besuch und erfolgreichen Einkäufen lassen wir uns mit dem TukTuk zum Wat Phnom fahren.

 

Der Wat Phnom ist der wichtigste und bekannteste Tempel der Hauptstadt, angeblich ist Phnom Penh hier entstanden. Es ist eine sehr schöne Oase mit dem Tempel auf einem einem kleinen Hügel. Wer Glück hat, kann hier Nashornvögel beobachten. Der Tempel ist voll "im Betrieb" mit einheimischen Gläubigen.

 

Anschließend flanieren wir über die Uferpromenade Sisowath Quay langsam in Richtung unseres Guesthouses zurück. Erster Eindruck zur Stadt: Top!

Russian Market mit seinem ganz eigenen Flair
Russian Market mit seinem ganz eigenen Flair
Wat Phnom, von Gläubigen sehr geschätzt
Wat Phnom, von Gläubigen sehr geschätzt

Riverside Promenade kurz vor Sonnenuntergang
Riverside Promenade kurz vor Sonnenuntergang
Mekong einfach genießen
Mekong einfach genießen

TUOL-sleng GenozidMuseum und DIE Killing Fields Choeung Ek


Es ist keine klassische Sehenswürdigkeit, sondern eine Gedenkstätte für all die unschuldigen Opfer der Roten Khmer, die in nur drei Jahren (1975-1978) ein Viertel der Bevölkerung verschleppt, gefoltert und ausgelöscht hat. Unter dem Deckmantel einer menschenunwürdigen Ideologie. Die beiden Gedenkstätten geben sehr eindrucksvoll Einblick in diese grauenvolle Zeit. Die kostenlosen Audioguides sind so gut gemacht, dass es fast nicht aushaltbar ist. Ein Muss auf jeder Kambodscha-Reise.

 

Vom Genozid-Museum S-21 (ehemalige Schule) fahren wir im TukTuk zu den Killing Fields, die etwas außerhalb liegen, und wieder zurück (12$). Wir wollten beides an einem Tag machen, denn uns war schon vorher klar, dass es eine Zeit brauchen wird, bis wir alles verdaut und besprochen haben. Dann lieber beides auf einmal als auf zwei Tage verteilt - aber das macht jeder sicherlich anders.

 

Den Abend verbringen wir bei einem leckeren Essen im Rotlichtviertel . Es ist ein Kontrastprogramm und sehr spannend zu beobachten, was sich da so abspielt.

Ein Folterzimmer im S-21 Gefängnis und heutigem Museum
Ein Folterzimmer im S-21 Gefängnis und heutigem Museum
Unendliches Leid an der Folterstation in der ehemaligen Schule
Unendliches Leid an der Folterstation in der ehemaligen Schule

Trügerische Idylle im ehemaligen Obstgarten, der zum Massengrab wurde
Trügerische Idylle im ehemaligen Obstgarten, der zum Massengrab wurde
An diesem Baum wurden hunderte Frauen, Kinder und Babys erschlagen
An diesem Baum wurden hunderte Frauen, Kinder und Babys erschlagen

172 STreet, Golden Temple, Central Market, Royal Palace


Am letzten Tag machen wir dies und das. Vormittags gehen wir in der bei Expats und auch etwas zwielichtigen Gestalten beliebten 172 Street zum Frühstücken i- und beobachten fast drei Sunden das Leben auf der Straße. Es gibt immer Kurioses, Exotisches und Witziges zu sehen. Besser als jeder Fernsehabend.

 

Am Nachmittag fahren wir im TukTuk auf die andere Uferseite, um das Golden Boat und v.a. den Golden Temple (WAT KEAN KHLEANG) anzuschauen. Besonders letzterer ist extrem beeindruckend. Wirklich alles goldfarben und als wir dort sind, wird gerade eine Zeremonie vorbereitet. Touristen sind hier seltsamerweise gar keine.

 

Wir lassen uns zum PHSAR THMEY (Central Market) zurückbringen, schlendern durch die engen Gassen und schauen die Besonderheit, nämlich die aus Kolonialzeit stammende Kuppel, an. Auch dieser Markt hat wieder seinen ganz eigenen Charme.

 

Ein Highlight des Tages ist schließlich das Getümmel vor dem Königspalast zum Sonnenuntergang. Hunderte Familien und Freunde kommen hier zusammen, liegen auf Matten, essen, spielen, ratschen und flanieren. Sehen und gesehen werden in Phnom Penh. Händler sorgen für kulinarischen Genuss und Kitsch.

 

Abends lassen wir unseren Eindruck von Phnom Penh Revue passieren: beeindruckend, bunt, voller Gegensätze und spannend. Wir hätten auch hier noch ein paar Tage länger bleiben können. Doch nun heißt es Abschied nehmen.

Golden Boat - Temple
Golden Boat - Temple
Golden Temple - nur ein Ausschnitt von ganz viel Gold
Golden Temple - nur ein Ausschnitt von ganz viel Gold

Kuppel des Central Markets aus den 1930er Jahren
Kuppel des Central Markets aus den 1930er Jahren
Buntes Treiben vor dem Royal Palace zum Sunset
Buntes Treiben vor dem Royal Palace zum Sunset

Station 7: Kampot


Nach 3 Stunden Fahrt kommen wir in Kampot an und freuen uns, dass wir die richtige Wahl mit unserer Unterkunft getroffen haben. Grundsätzlich entscheidet man sich zwischen der lebendigen Old Town oder einer Location etwas außerhalb am Fluß. 


Unser Bamboo Bungalow liegt direkt am Preaek Tuek Chhu. Wir finden hier nach 4 Tagen Großstadt zur Ruhe, indem wir stundenlang auf den Fluß schauen, Fischerboote beobachten, manchmal ein Kajak und auffallend selten vorbeitreibendem Müll. 


Später kommen bunt beleuchtete Sonnenuntergangsboote hinzu. Die Terrasse ist ein wunderbarer Platz für bisschen Arbeit bei exzellentem Internet-Empfang.

Wunderschöne Terrasse am Fluß zum Runterkommen
Wunderschöne Terrasse am Fluß zum Runterkommen
Sanftes Abendrot über dem Preaek Tuek Chhu
Sanftes Abendrot über dem Preaek Tuek Chhu

Old town "Franzosen-Viertel"


Als erstes leihen wir uns im Guesthouse einen Roller für 5$ am Tag, um möglichst unabhängig mobil zu sein. Außerdem ist hier der Verkehr sehr gemächlich - ganz anders als in Phnom Penh oder Siam Reap. Überhaupt geht es hier recht ruhig und langsam zu. Das finden wir schön.

 

Wir besuchen zunächst die Old Town (Franzosen-Viertel) und schlendern durch die Straßen, kehren in diesem und jenem Café ein, spazieren an der Promenade entlang, verschaffen uns einen Überblick über die Weiterfahrt nach Battambang und lassen uns einfach von der Atmosphäre einfangen. Viele Farangs verbringen hier offensichtlich ihren Lebensabend.

 

Schließlich cruisen wir noch ein bisschen durch den Ort, umrunden im Kreisverkehr natürlich das Wahrzeichen, die "Durian-Fruit" und fahren über die Etanou Fußgänger und Motorradbrücke aus der Kolonialzeit zurück zu unserer Unterkunft, um den Nachmittag auf der Terrasse mit etwas arbeiten zu verbringen. Abends geht's dann wieder in die Stadt zum Essen und Trubel angucken. 

Schönes altes Viertel aus der Kolonialzeit
Schönes altes Viertel aus der Kolonialzeit
Stinkfrucht als prominentes Wahrzeichen im Kreisverkehr
Stinkfrucht als prominentes Wahrzeichen im Kreisverkehr

Etanou - eine der beiden Brücke, die die beiden Flußseiten verbindet
Etanou - eine der beiden Brücke, die die beiden Flußseiten verbindet
Abends ist in der Old Town viel los - mit vielen Überwinterern
Abends ist in der Old Town viel los - mit vielen Überwinterern

bokor nationalpark


Heute sitzen wir über 4 Stunden nur auf dem Roller und fühlen uns abends als hätten wir eine lange Wanderung gemacht. Es steht der Bokor Nationalpark auf dem Programm. "Amazing!", "Beautiful" ... so wurde uns von ihm vorgeschwärmt. Nun ja, wir würden eher sagen: "kurios!", "absurd!" :-).

 

Ca 10km von Kampott entfernt geht es noch mal 25km in Serpentinen hinauf bis auf ca 1000m zur Bokor Hill Station. Bekannt ist der Nationalpark weniger wegen seiner Natur, sondern v.a. wegen seiner Lost Places. Dazu gehören z.B. ein Hotel, eine katholische  Kirche und ein Casino, die in den 1920er Jahren für die Kolonialherren im kühlen Rückzugsort errichtet wurden. Seit sich die Rote Khmer dieser bemächtigte und sich hier versteckte, stehen die Gebäude leer.

 

Bis wir zur Bokor Hill Station ankommen, lauern viele Affen an der Straße in der Hoffnung auf Früchte. Dann ragt plötzlich aus dem Nichts ein 29m hoher, bunter Buddha hervor. Ab und an sehen wir grauenvolle, überdimensionierte (angebl. chinesische) Bauprojekte, die auch wie Ruinen aussehen, an denen aber gebaut wird. 

 

Wir machen einen Abstecher zum Water Damm und Waterfall, beides kann man sich sparen. Langer Umweg, nichts interessantes. Oben gibt es eine Tankstelle, die wir wahrscheinlich nicht gebraucht hätten, trotzdem tanken wir zu Sicherheit voll, zumal wir ja morgen auch noch einmal unterwegs sind.

 

Wirklich ungewöhnlich ist der gesamte Bokor Hill mit den alten Gebäuden, die wie Filmkulissen wirken. Zudem hat man eine grandiose Aussicht von oben. 

 

Auf dem Weg ins Guesthouse genießen wir noch von der Uferpromenade aus einen tollen Sonnenuntergang.

Auf der Straße, Mauer oder Leitplanke, überall warten sie hoffnungsvoll
Auf der Straße, Mauer oder Leitplanke, überall warten sie hoffnungsvoll
25km bergauf - auf guten Straßen - eine Tankfüllung reicht normalerweise
25km bergauf - auf guten Straßen - eine Tankfüllung reicht normalerweise

Yao Mao Monument
Yao Mao Monument
Grauenhafte, aktuelle Beton-Bauwerke im Nichts
Grauenhafte, aktuelle Beton-Bauwerke im Nichts

Herrliche Ausblicke vom Bokor Hill
Herrliche Ausblicke vom Bokor Hill
Leerstehendes Grand Palace Hotel - für die einstige Kolonial-Elite
Leerstehendes Grand Palace Hotel - für die einstige Kolonial-Elite

Auch eine Katholische Kirche ist nun ein Lost Place
Auch eine Katholische Kirche ist nun ein Lost Place
V.a. innen sehr ungewöhnich
V.a. innen sehr ungewöhnich

Pfeffer-plantage und Kep


"Bleib doch, wo der Pfeffer wächst" ist ein Satz, den jede:r einmal hört, wenn er oder sie in Kampot ist. Kein Wunder, denn der Kampot Pfeffer ist weltberühmt. Daher fahren wir ca. 45min zur Pfefferplantage "Champei Organic Pepper Farm", auf der allerdings niemand ist. Daher fahren wir ein paar Minuten weiter zu "Sothys Pepperfarm", erhalten dort eine kurze Führung und kaufen natürlich ein bisschen ein. 

 

Der Weg dorthin war selbst für erfahrene Roller-Fahrerinnen eine Herausforderung: Von den 35km waren sicherlich 20km Schotterpiste oder staubiger Feldweg, dazu viele Schlaglöcher und LKWs, die an einem vorbeibrettern und eine dichte Staubwolke hinterlassen. Schönes und entspanntes Fahren kann man das nicht nennen.

 

Trotzdem machen wir noch einen Umweg, und fahren in die Krabbenstadt Kep an der Küste. Zum ersten Mal sehen wir das Meer :-). Am westlichen Ende von Kep Beach gibt es einen großzügigen Sandstrand mit vielen, vielen Hängematten, wo man es sicherlich 1-2 Tage zum Relaxen aushalten kann.

 

Wir bleiben aber nicht lange, denn wir wollen unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit zurück. Das schaffen wir auch - wir fahren dem spektakulären Sonnenuntergang entgegen und das hat kombiniert mit den Staubwolken wirklich seinen Reiz. 

 

Den letzten Abend verbringen wir im Ort und lassen unseren Eindruck zu Kampot Revue passieren: es ist ruhig, es ist entspannt, hier kann man es aushalten. Mir sind die vielen westlichen Senioren, die hier offensichtlich überwintern, irgendwie zu viel. Ob ich die Tatsache, dass hier normale Restaurants bzw. Cafès und Bars mit Prostitution einträchtig nebeneinander existieren, gut finde, weiß ich noch nicht :-).

Ruhige Nebenstraße zur Pfefferfarm. Die Hauptstraße war wie hier nur voller Verkehr
Ruhige Nebenstraße zur Pfefferfarm. Die Hauptstraße war wie hier nur voller Verkehr
Pfeffer trocknet in der Sonne
Pfeffer trocknet in der Sonne

Pfefferpflanzen werden gehegt und gepflegt - sie sind wichtiger Wirtschaftsfaktor
Pfefferpflanzen werden gehegt und gepflegt - sie sind wichtiger Wirtschaftsfaktor
In Kep genießen wir zum ersten Mal Meerblick
In Kep genießen wir zum ersten Mal Meerblick

Station 8: Battambang - Bamboo Train, Markets, Circus-Schule


Battambang ist unsere letzte Station im Kambodscha. Das Städtchen ist der sog. Reistopf des Landes, d.h. der Reisanbau ist wichtiger Wirtschaftsfaktor, während Tourismus noch praktisch keine Rolle spielt. Hierher kommt man v.a. wenn man das noch eher "ursprüngliche" Kombodscha sucht. 

 

Wir haben uns zentral im Lucky Hostel einquartiert - das bisher schönste und größte Zimmer zu einem absurd niedrigen Preis (8€/Nacht). Von dort erkunden wir die Stadt, indem wir einfach durch die Straßen schlendern, vom Café aus das Leben um uns beobachten, auf die beiden Märkte gehen und natürlich die eigentliche Touristenattraktion mitmachen, nämlich eine Fahrt mit dem Bamboo Train:  

 

Auf zwei nicht miteinander verbundenen Achsen wird eine Holzfläche gelegt, auf denen früher Bambus transportiert wurde. Heute können hier Tourist:innen auf Kissen Platz nehmen und sich durch die Reisfelder schippern lassen. Wir haben dieses Erlebnis sehr genossen, es hat Spaß gemacht. 

 

Abends besuchen wir eine Zirkus-Show der Kunstschule Phare Ponleu Selpak, die von einer Französin in den 1980er Jahren für von der Roten Khmer traumatisierten Kindern ins Leben gerufen wurde. Die NGO bietet mittlerweile nicht nur Mal-, Musik, Handwerks-, Grafik- und Compupuer-Kurse an, sondern hat sogar eine Highschool angeschlossen. Ein großartiges Projekt!

 

Später blicken wir in der kleinen Pub-Street (die ganz in den Händen der Einheimischen ist) auf eine tolle Reise zurück. Leider sind wir in Battambang nur zwei Nächte, zwei Tage länger wären schön gewesen.

Eine rasante und vergnügliche Fahrt durch die Reisfelder
Eine rasante und vergnügliche Fahrt durch die Reisfelder
Simple Technik - großer Effekt
Simple Technik - großer Effekt

Auf den Märkten gibt es immer wieder Besonderheiten zu entdecken, z.B. diese braunen Dinger
Auf den Märkten gibt es immer wieder Besonderheiten zu entdecken, z.B. diese braunen Dinger
Battambang ist eher gemütlich und es nicht soo viel los
Battambang ist eher gemütlich und es nicht soo viel los

Das Library TukTuk der Phare Ponleu Selpak
Das Library TukTuk der Phare Ponleu Selpak
Mit wechselnden Artistik Shows füllen sie fast täglich ihren Theatersaal
Mit wechselnden Artistik Shows füllen sie fast täglich ihren Theatersaal

Unser fazit zu kambodscha


Wir mochten Kambodscha sofort und fühlten uns immer sehr wohl:

  • Die Menschen sind sehr freundlich, immer hilfsbereit und humorvoll. 
  • (Sozio)kulturell hat das Land eine Menge und ganz Unterschiedliches zu bieten.
  • Wir fühlten uns jederzeit sicher, auch abends in dunklen Gassen.
  • Das Reisen ist genauso unkompliziert und zuverlässig wie in Thailand.
  • Die Unterkünfte sind allesamt gut gewesen und sehr preiswert.
  • Restaurant und Café Besuche sind etwas teurer als in Thailand.
  • Das Essen ist sehr lecker.
  • Dass mit zwei Währungen (Dollar und Riel) - zum Teil in einer Rechnung - hantiert wird, ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach einer Weile hat man es im Griff.

Wir würden Kambodscha so beschreiben: bunt, lebendig, exotisch, unkompliziert, sicher, kontrastreich, schön, berührend und erlebnisreich. Gerne wieder und gerne länger. 

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