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Wie Arbeiten auf Reisen klappen kann

 
Ich war verblüfft als mich neulich jemand fragte, ob ich es nicht toll finde, dass ich als Trainerin so viel reisen kann. Ich hätte die Anfahrt zum Tagungsort mit Bahn, Auto oder Flugzeug, um dann die meiste Zeit in einem Seminarraum zu verbringen, nie als "reisen" bezeichnet. Um möglichst viel von den verschiedenen Städten mitzunehmen bleibe ich nicht den ganzen Abend im Hotelzimmer, sondern erkunde die Umgebung, doch als reisen erlebe ich es dennoch nicht.
  
Die Idee des ortsunabhängigen Arbeitens kam auf, als ich immer mehr all die Tätigkeiten, die rund um das eigentliche Trainieren anfallen, von unterwegs aus machte. Ich merkte, dass ich weg vom Alltag viel effektiver, kreativer und schneller bin. Und zugleich das Reisen so sehr genoss.

Ziemlich naheliegend für mich das Trainieren mit dem Reisen zu kombinieren. Aus meiner Sicht gibt es hierfür mindestens 4 Möglichkeiten:

  • Möglichkeit 1 - Seminarorte auf eine Reiseroute legen
    ich könnte die Aufträge so legen, dass ich von einem Seminar zum anderen tatsächlich reise. Also die Tage zwischen den Seminaren an schönen Orten verbringe und vor allem im Bus oder Wohnwagen unterwegs bin. Da kommt sofort das Reisegefühl auf. Das bringt (für mich) mit sich, dass ich vor allem in Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol unterwegs sein kann - reicht mir eigentlich nicht.
     
  • Möglichkeit 2 - von der Reise aus zu den Seminaren fahren
    ich könnte auf Reisen gehen und von dort aus zu den Live-Trainings anreisen. Sicherlich würde ich etwas mehr Geld für die Flüge ausgeben müssen, weil die Anfahrt von München nach Bozen womöglich günstiger ist als die Anreise von Griechenland aus. Muss aber nicht sein. Dennoch müsste ich praktisch immer fliegen.
      
  • Möglichkeit 3 - Arbeitsphase extrem intensivieren, um die Reisezeit zu finanzieren
    ich könnte meine Reisephase deutlich ausbauen und dafür meine Arbeitszeit extrem intensivieren. Wenn ich also meine Seminare auf 2/3 des Jahres lege, kann ich in dieser Zeit das Geld für das Reise-Drittel verdienen. Das habe ich durchaus auch schon so gemacht, habe aber gemerkt, dass die kompakte Arbeitszeit etwas anstrengend ist. Nicht gut für Work-Life-Balance.
      
  • Möglichkeit 4 - komplett auf eLearning umsteigen
    ich könnte ein ständig wachsendes Segment meiner Trainer-Tätigkeit strategisch nutzen: das Online-Trainieren. Bisher macht es etwa 30% des Umsatzes aus - mit steigender Tendenz. Komisch, dass es etwas Zeit gebraucht hat, bis mir klar wurde, dass genau das die Lösung ist! Sollte ich komplett auf eLearning umsteigen wollen, so kann ich über das gesamte Jahr hinweg unterwegs sein und von überall in der Welt aus arbeiten. Ich brauche nur immer wieder richtig gutes Internet für die Webinare. Außerdem genial: ich brauche außer meinem Laptop, iPad, iPhone, Tageslichtlampe und dem Headset keinerlei Ausstattung.

Ich denke, jede Möglichkeit kann eine passende Lösung für langzeitreisende Trainer/innen sein. Ich persönlich habe mich für eine Kombination aus Möglichkeit 3 und 4 entschieden: ein paar Live-Seminare möchte ich gerne noch geben (in den Herbst- und Wintermonaten). Das Frühjahr, den Sommer und den Spätsommer würde ich am liebsten on Tour sein und mich auf das Online-Training konzentrieren. Für mich persönlich eine super einfache und vor allem absolut realistische Lösung :-)!!!

 

Und wie ist es bei dir? Wohin tendierst du?

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